RED ALERT: Türkei will laut Erdogan Beziehungen zu Israel verbessern

die Al-Aqsa-Moschee wollte Erdogan kürzlich noch befreien, jetzt sagt er, dass er bessere Beziehungen zu Israel haben will

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ist in der Vergangenheit durch aggressive Äußerungen und Handlungen aufgefallen. Im Herbst 2019 rief er die islamische Welt zum Kampf um Jeruschalajim auf. Noch im gleichen Jahr riegelte die Türkei Israels Zugang zum Mittelmeer ab, um den Erdgasexport nach Europa zu verhindern. Als im Sommer 2020 die israelische Souveränitätserklärung über Teile des Jordantals im Raum stand, versprach die Türkei  bei Erklärung die islamische Welt gegen Israel zu mobilisieren. Dies wurde aber durch den Abraham Accord, den Israel mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) (und Bahrain) schloss, verhindert. Die Türkei überlegte die Beziehungen zu den VAE wegen des ‘Abraham Accords’ zu beenden und verbündete sich außerdem mit Israels Erzfeind, dem Iran. Nachdem Erdogan im Sommer beschlossen hatte, die Hagia Sophia wieder in eine Moschee umzuwandeln, versprach er auch die Befreiung Al-Aqsa-Moschee aus israelischer Hand. Doch damit nicht genug, denn Erdogan, der das osmanisches Reich wieder aufrichten will, erklärte auch noch, dass die israelische Hauptstadt Jeruschalajim zur Türkei gehöre. Mit dieser Vorgeschichte gibt Erdogan nun vor, dass er sich bessere Beziehungen zu Israel wünsche.

Am Freitag sagte der türkische Ministerpräsident, dass sich die Türkei bessere Beziehungen zum jüdischen Staat wünsche, aber dessen Politik gegenüber den ‘Palästinensern’ “inakzeptabel” sei. Gespräche auf Geheimdienstebene zwischen beiden Seiten würden fortgesetzt werden. Die USA verurteilte die Türkei wegen zweimaliger Aufnahme hochrangiger Hamas-Terroristen in diesem Jahr und weil die Türkei Israel häufig mit Nazideutschland vergleicht.

Obwohl die Türkei und Israel einst Verbündete waren, hatten sie in den letzten Jahren einen erbitterten Streit, der aus der zunehmenden Islamisierung der Türkei durch Erdogans Politik resultierte. Die Türkei, die selbst Nordsyrien besetzt, wirft Israel die “Besetzung” von Jehuda und Schomron (Judäa und Samaria) vor. In den letzten 10 Jahren haben die Türkei und Israel mehrmals Botschafter ausgewiesen, wenn sich die Beziehungen verschlechterten. Das letzte Mal geschah dies 2018 als die Türkei Einwände gegen die Verlegung der US-Botschaft nach Jeruschalajim erhob. 

“Die Palästina-Politik ist unsere Redline. Es ist uns unmöglich, die Palästina-Politik Israels zu akzeptieren. Ihre gnadenlosen Taten dort sind inakzeptabel”, sagte Erdogan nach den Freitagsgebeten in Istanbul und zeigte auf den jüdischen Staat, ohne zu erwähnen was die Türkei gerade vor ihrer Haustür veranstaltet. Erdogan gibt Benjamin Netanjahu die Schuld für die Verschlechterung der Beziehung. “Wenn es auf höchster Ebene [in Israel] keine Probleme gegeben hätte, hätten unsere Beziehungen sehr unterschiedlich sein können”, sagte er und fügte hinzu, dass die beiden Länder weiterhin Informationen austauschen. “Wir hätten unsere Verbindungen gerne zu einem besseren Punkt gebracht.”

Das israelische Außenministerium lehnte es ab, sich zu Erdogans Aussage zu äußern.

Damit mischt sich die Türkei wiederholt in die Innenpolitik Israels ein. Zuvor hatte sie die Israelis aufgefordert, einen anderen Staatsführer zu wählen, um so auch Israels enge Verbindung zur Trump-Administration zu schwächen. Seit dem Joe Biden als ‘President-elect’ (gewählter Präsident) gilt, ist die Türkei im Eiltempo darum bemüht, die Beziehungen zu den USA, der EU und Israel zu glätten.

Einfluss haben sicherlich auch die zunehmenden Normalisierungen zwischen Israel und der muslimischen Welt, letzte Woche wurde bekannt, dass an der Normalisierung mit einem weiteren muslimischen Land gearbeitet wird. Die Türkei hat zwar alle Normalisierungen verurteilt, sieht aber wie sich der Frieden mit Israel trotzdem weiter ausbreitet, während sie in mehrere kriegerische Handlungen hineingegangen ist.

Das jetzige Handeln der Türkei, dass den Anschein erweckt, dass die aggressive Anti-Israel-Politik zurückgefahren würde, könnte auch ein Versuch sein, eine Spaltung zwischen Israel und seinen neuen Partnern wie Griechenland und die VAE zu schaffen.

Aykan Erdemir, der leitender Direktor des Türkei-Programms bei der Stiftung zur Verteidigung der Demokratien und ehemaliges Mitglied des türkischen Parlaments, hat aber auch noch eine andere Erklärung, Er sagt, dass Erdogan eine gute Beziehung zu Trump gehabt habe, “der ihn vor härteren Maßnahmen, einschließlich der von geforderten Sanktionen, sowohl Republikaner als auch Demokraten im US-Kongress geschützt hat.” Nach seinen Aussagen sei Erdogan besorgt, dass die USA unter der Führung von Joe Biden die Türkei härter treffen wird, als dies unter Donald Trump der Fall war. Trump gelang es bisher seine Ziele durch Deals zu erreichen und bot seinem Gegenüber Gelegenheit zu profitieren.

“Erdogan hofft auch, dass das Geschwätz einer türkisch-israelischen Annäherung auch die wachsende Energiekooperation im östlichen Mittelmeerraum stören wird, was Ankaras diplomatische Isolation in der Region vertieft hat”, bemerkte Erdemir. “Erdogans beständige anti-israelische Erfolgsbilanz und antisemitische Ausbrüche im Laufe der Jahre werden es ihm schwer machen, seine israelischen Kollegen davon zu überzeugen, dass seine Reichweite eine echte Substanz hat.”

Trotzdem hätten Israel und die Türkei ein großes Potential für eine Win-Win-Beziehung in Bereichen wie Wirtschaft, Diplomatie und Sicherheit. Erdemir sagte: “Erdogans islamistische Fixierungen werden jedoch jede vertrauensvolle Zusammenarbeit verhindern. Solange Erdogan der Hamas weiterhin ihre wichtigste Basis außerhalb des Gazastreifens anbietet, werden israelische Beamte die Ouvertüren des türkischen Präsidenten weiterhin im Auge behalten.”

Der Autor von Erdogans Imperium: Die Türkei und die Politik des Nahen Ostens Soner Cagaptay ist der Ansicht, dass Erdogan vor fast 10 Jahren eine neue Außenpolitik ins Leben gerufen habe. Diese unterstütze die arabische Aufstände und breche auch mit den USA. Außerdem habe sie nicht mehr Europa im Fokus, sondern den Nahen Osten. “Das ultimative Ziel war es, die Türkei zu einer Star-Power-Nation im Nahen Osten zu machen. Das ist ein Jahrzehnt später nicht passiert”, sagte er. “Die Türkei hat heute in jüngster Zeit weniger Freunde im Nahen Osten. Tatsächlich hat er mit Ausnahme von Katar und der Hälfte von Libyen keine Freunde aus dem Nahen Osten. Gleichzeitig kann es sich nicht auf seine traditionellen Verbündeten, Israel, USA oder die EU, verlassen.”

Dass Erdogan “Biden und den US-Kongress bezaubern will” ist eine weitere Motivation, die ihn zu seiner Aussage gebracht haben könnte, glaubt Cagaptay. “Ich habe die türkische Politik und die Beziehungen zwischen den USA und der Türkei ungefähr zwei Jahrzehnte lang verfolgt”, äußerte er. “Ich habe noch nie gesehen, dass die Stimmung gegen die Türkei im US-Kongress so stark gestiegen ist. Und ich denke, Erdogan weiß, dass wenn die Türkei und Israel jetzt näher kommen und Israel der engste Verbündete Amerikas im Nahen Osten ist, das ihm Bonuspunkte einbringt.”

“Natürlich bin ich mir nicht sicher, inwieweit Israel darauf eingehen und die Türkei umarmen wird, da Emiratis, Ägypter, Griechen und andere darauf bestehen werden, dass das Aufwärmen der Beziehungen zur Türkei nicht auf Kosten guter Beziehungen zu ihnen geht.” sagte Cagaptay, der denkt, dass ein außerpolitischer Wandel der Türkei bevorstehe.

 

Kommentar: Bei der Vorgeschichte, die die Türkei und Israel in der jüngeren Vergangenheit haben, kann ich mir nicht vorstellen, dass Erdogan nun aufrichtig daran interessiert ist, die Beziehungen zum jüdischen Staat wirklich zu verbessern. Ich denke, dass es eher diplomatisches Gehabe ist, denn wir wissen, dass die Türkei Israel in den kurz bevorstehenden Krieg von Gog und Magog angreifen wird.

 

Quellen: jpost.com und jpost.com

3 Gedanken zu „RED ALERT: Türkei will laut Erdogan Beziehungen zu Israel verbessern

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.