JD Farag: The Rapture Comes First

Bei all den unglaublichen Zeichen, die wir in diesem Jahr sehen können, stellt sich für viele von euch die Frage, ob die Entrückung tatsächlich vor der Trübsalszeit ist, zumindest erreichen mich mehr Mails zu dem Thema. Ich kann mir gut vorstellen, dass die jetzigen Zeichen und auch meine Berichte Angst machen können vor dem was kommt. Leider haben knappe 2000 Jahre Christentum alle möglichen Theologien entstehen lassen und so stehen wir scheinbar vor der Wahl, uns das Beste auszusuchen. In diesem Beitrag, der meinen Beitrag ‘‘Wann ist die Entrückung?’ ist die falsche Frage‘ ergänzt, geht es mir darum, euch die mögliche Angst zu nehmen, indem ich hier ein Video von JD Farag teile und die wichtigsten Inhalte zusammenfasse. Neben all den Nachrichten, die ich hier veröffentliche, ist es mir immer wieder wichtig auf die große Hoffnung zu verweisen die wir haben, wenn wir wiedergeboren sind und unsere Schuld durch das Blut Jeschuas vergeben ist.

 

Bei seiner Bibelstudie geht JD Farag durch den 2. Thessalonicher. Er liest vor:

“Let no man deceive you by any means: for that day shall not come, except there come a departing first, and that that man of sin be disclosed, even the son of perdition” (2. Thessalonicher 2,3 Geneva Bible von 1599).

“Lass dich von niemandem täuschen: denn dieser Tag wird nicht kommen, es sei denn, es kommt ein Abflug zuerst, und dass dieser Mann der Sünde wird offenbart, sogar der Sohn des Verderbens.” (direkte Übersetzung ins Deutsche)

 

JD sagt uns hier, dass Schaul (Paulus) schreibt, dass zuerst die Entrückung kommt und dann erst der Antimessias. JD wird erklären, wie er dazu kommt und warum es heute bedeutender ist als je zuvor. In unseren Übersetzungen, hier die Elberfelderübersetzung, lesen wir:

“Dass niemand euch auf irgendeine Weise verführe! Denn dieser Tag kommt nicht, es sei denn, dass zuerst der Abfall gekommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit offenbart worden ist, der Sohn des Verderbens” (2. Thessalonicher 2,3).

 

In der Elberfelderübersetzung lesen wir das Wort ‘Abfall’, das auf das griechische Wort ‘Apostasie’ (ἀποστασία) zurückgeht. Unter Apostasie verstehen wir heute den Abfall vom Glauben. JD sagt, dass er 3 Gründe nennen wird, warum dieser Bibelvers für ihn in Bezug auf den Zeitpunkt der Entrückung alles ändert (“This is really a game changer”).

Erster Grund: Der Kontext macht deutlich, dass bei ‘Apostasie’ eine physische Abreise oder Abflug als Interpretation zu bevorzugen ist. Aus den umliegenden Versen geht klar hervor, dass es hier um die Entrückung geht und nicht um den Abfall vom Glauben. JD sagt, dass 2. Thessalonicherbrief als eine Vertiefung des 1. Thessalonicherbriefs gesehen werden muss und dass es um die Rückkehr des Herrn geht. Diese Briefe sind auch die ersten Briefe von Schaul (Paulus) gewesen. Erst in seinen letzen Briefen an Timotheus spricht er über den Abfall vom Glauben, zuvor jedoch nicht.

Zweiter Grund: Frühe Bibelübersetzungen bevorzugen die Interpretation der ‘physischen Abreise’. Das ist der überzeugendste Grund. ‘Departure’ (Abflug oder Abreise) finden wir bei Wycliffe 1384, Tyndale 1526, Coverdale 1535, Cranmer 1539, Breeches 1576, Beza 1583 und Geneva 1599 und 1608. JD führt die Frage an, zu welchem Zeitpunkt es war, als die Übersetzer anfingen, der Wort ‘Apostasie’ statt mit ‘Abreise’ mit ‘Abfall’ zu übersetzen. Auch wenn die meisten Gelehrten die Veränderung nicht erklären können, ist doch die plausibelste Theorie, dass die erste katholische Übersetzung von der lateinischen Vulgata, in der das Wort ‘Apostasie’ mit ‘Abfall’ übersetzt wurde, die Rheims Bible von 1576 ist. Die Übersetzung mit ‘Abreise’ wurde durch ‘Abfall’ revidiert, um den kürzlich entstandenen Protestantismus, der von der Katholischen Kirche als Revolution angesehen wurde, zu begegnen. Unter diesem Blickwinkel wird ‘Apostasie’ zu einer ‘Abreise’ der Protestanten aus der Katholischen Kirche, also zu einem ‘Abfall’ vom “wahren” (katholischen) Glauben. Das Wort ‘katholisch’ bedeutet ‘universell’, also allumfassend. Alles was außerhalb des katholischen Glaubens ist, muss also außerhalb des Glaubens sein, das legt zumindest das Wort nahe. Die Bemühungen, die weggelaufenen Schafe wieder einzusammeln, haben anscheinend sogar einen Einfluss auf die Übersetzung der Bibel gehabt. Aus einer physischen Abreise wurde eine geistliche.

Dritter Grund: Wie JD bereits zuvor erwähnt hat, geht es beim 2. Thessalonicherbrief um eine Wiederholung des ersten Briefes. Für JD war dies das größte Hindernis zu verstehen, dass es bei ‘Apostasie’ um die Entrückung geht und er fragt sich warum Schaul (Paulus) nicht das gleiche Wort ‘Harpatzo’ (ἁρπάζω) für die Entrückung verwendet, so wie im ersten Brief:

“…danach werden wir, die Lebenden, die übrig bleiben, zugleich mit ihnen entrückt werden in Wolken dem Herrn entgegen in die Luft; und so werden wir allezeit beim Herrn sein” (1. Thessalonicher 4,17).

JD sagt, dass uns Schaul (Paulus) eine Menge Probleme erspart hätte, wenn er das gleiche Wort verwendet hätte. Den Grund sieht JD darin, dass der zweite Brief dazu dient, den ersten zu wiederholen und Missverständnisse auszuräumen. Er beschreibt das Gleiche mit anderen Worten. Nach dem ersten Brief war ein gefälschter zweiter Brief im Umlauf und dieser verunsicherte die Thessalonicher, denn sie glaubten, die Entrückung verpasst zu haben und nun in der Trübsal zu sein. Sie wurden getäuscht. Aus diesem Grund schrieb Schaul ‘Dass niemand euch auf irgendeine Weise verführe!…’. Dies war auch die erste Antwort von Jeschua als seine Jünger ihm nach dem Ende des Zeitalters fragten: “Seht zu, dass euch niemand verführe” (Matitjahu 24,4). Erst danach zählt er Erdbeben, Hungersnöte, Seuchen usw. auf.

Alles was gerade vor unseren Augen passiert, ist nach JD mit den Worten “2. Thessalonicher 2” am besten zusammengefasst. Danach kommt die Entrückung! Und deshalb sagt JD ist das richtige Verständnis von 2. Thessalonicher 2 gerade jetzt so wichtig. Erst nach der Entrückung wird der Antimessias offenbart.

 

Kommentar: Ich hoffe, dass euch die Klärung des Wortes ‘Apostasie’ Ermutigung und Sicherheit gegeben hat, dass ihr, wenn ihr wiedergeboren seid, nicht durch die schlimme Zeit der Trübsal müsst. Egal, was wir jetzt am Horizont sehen, wir müssen es nicht durchleben. Unser Herr holt uns vorher! Dies gibt auch mir große Gelassenheit, wenn ich das Dunkel sehe, dass sich vor unseren Augen manifestiert. Es wirkt bedrohlich nahe, die Entrückung ist jedoch näher!

Das bedeutet allerdings auch, dass wenn du den jüdischen Messias Jeschua noch nicht als deinem Retter und Erlöser angenommen hast und noch nicht die Vergebung deiner Schuld erlebt hast, die Zeit für deine Rettung rapide abläuft! Schieb es nicht auf die lange Bank, streck dich heute nach Jeschua, dessen Name ‘Errettung’ bedeutet, aus! Ich möchte, dass dir diese grausame Zeit der Trübsal erspart bleibt!

 

17 Gedanken zu „JD Farag: The Rapture Comes First

  • 24/06/2020 um 19:57
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    Vielen lieben Dank für diesen Bericht!
    Das war das, was ich die ganze Zeit brauchte.
    Maranatha !

    Antwort
      • 24/06/2020 um 20:21
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        Es gibt auch sehr gute Erklärungen durch den Herrn Roger Liebi oder vom Mitternachtsruf.

        Antwort
        • 27/06/2020 um 15:38
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          Danke für den Hinweis, ich höre seinen Namen auch häufiger. LG

          Antwort
  • 24/06/2020 um 23:25
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    Klasse informativer Bericht wieder.

    Eine Verständnisfrage zum erwähnten jüdischen Messias „Jeschua“. Jeschua = Jesus, richtig?

    Viele Grüße
    Stephan

    Antwort
    • 27/06/2020 um 15:39
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      Richtig! Das ist sein hebräischer Name und bedeutet ‘Errettung’.

      Antwort
  • 25/06/2020 um 9:48
    Permalink

    Herzlichen Dank für die Ausführung.
    Mich macht nur immer stutzig, dass in der Offenbarung des Johannes steht, dass Gläubige im Namen des Herrn vom Tier verfolgt und getötet (geköpft) werden, bevor der Herr kommt. Wie kann das dann sein, wenn doch angeblich vorher die Entrückung sein soll? Für mich widerspricht sich daher die Entrückungslehre mit dem Wort, das geschrieben steht. Natürlich wäre eine Entrückung wunderbar, aber geschrieben steht was anderes.
    Versteh mich nicht falsch, deine Artikel haben mir bezüglich Israel und den biblischen Zusammenhängen sehr geholfen. Ich will nicht stänkern, sondern wirklich verstehen.
    Gottes Segen und herzliche Grüße
    Steffi

    Antwort
    • 27/06/2020 um 15:51
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      Hallo Steffi,

      danke für deine Frage. Es sieht erstmal wie ein Widerspruch aus, aber ich möchte ihn gerne auflösen. Bei der Entrückung wird quasi die Zahl der wiedergeborenen Christen und messianischen Juden auf Null gesetzt. Dann beginnt die Trübsal. In dieser Zeit werden 144000 aus den Stämmen Israels auftreten und anfangen auf den Messias hinzuweisen. Außerdem treten die 2 Zeugen (wahrscheinlich Mosche (Mose) und Elijahu (Elijah) auf. Durch ihr Wirken werden sich viele zum Herrn bekehren und das Malzeichen des Tieres verweigern. Sie sind diejenigen, die dann in der Trübsal zu Märtyrern werden.

      Ich vermute aber auch, dass Menschen, die viel von der Bibel gehört, aber nicht geglaubt haben, dann erkennen, dass sie war ist.

      Ich hoffe, dass ich deine Frage aufklären konnte.

      LG, Henry

      Antwort
  • 25/06/2020 um 12:36
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    Hallo,

    ja, es wird immer dunkler. Das Schlimme ist, dass man fast niemandem mehr glauben kann. Da wird freundlich geheuchelt und gelogen. Ich komme mir manchmal ziemlich allein gelassen vor. Man kennt die Wahrheit und keiner will sie hören, geschweige denn glauben. Das ist schwierig…

    Danke für Deine wunderbare Arbeit, für Deine klärenden Worte und Danke, dass Du da bist :-).

    Gruß Reni

    Antwort
    • 27/06/2020 um 15:54
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      Hallo Reni,

      mir geht es auch so wie dir. Ich finde es ist unglaublich schwierig geworden mit Menschen über bestimmte Dinge zu sprechen, und es macht auch keinen großen Unterschied mehr, ob sie wiedergeboren sind oder nicht. Diese Zeit ist unerträglich, wenn man die Augen nicht verschließt. Gott sei Dank, kommt unser Herr sehr sehr bald!

      Sei reichlich gesegnet!
      Henry

      Antwort
  • 25/06/2020 um 15:17
    Permalink

    Danke!!!!
    So einfach und verständlich kann die Wahrheit sein

    Antwort
  • 25/06/2020 um 21:55
    Permalink

    Nun, was soll man dazu sagen?
    Die Zeichen der Zeit sind da. Aber jesaja warnte ja schon vor denen, die sich am Gericht vorbeimogeln wollten und den Menschen Sand in die Augen streuten. Jesaja28. Vorentrückung ist nicht. Wir werden sehen!

    Antwort
    • 27/06/2020 um 15:58
      Permalink

      Ich weiß, dass es unzählige Theologien zu dem Thema und deshalb auch so viel Verwirrung gibt. Wir können die Wahrheit nur erkennen, wenn wir zum Ursprung zurückgehen und es mit dem Verständnis derjenigen erfassen, an die es gerichtet war. Die Entrückung steht im Kontext des jüdischen Hochzeitsrituals, dass wir unbedingt berücksichtigen sollten: http://ariejehuda.de/wann-ist-die-entrueckung-ist-die-falsche-frage/

      Antwort
  • 28/06/2020 um 22:32
    Permalink

    Hallo,

    Was denkst du eigentlich was passiert bzgl der Entrückung wenn mal kleine Kinder hat. Werden die auch mit abgeholt ?
    Lg

    Antwort
    • 29/06/2020 um 12:17
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      Hallo David,

      ich bin mir sicher, dass Gott die Kinder von wiedergeborenen Menschen mitnimmt. Stell dir mal vor, du dienst Gott hingegeben seit Jahren von ganzem Herzen, z.B. als Missionar oder Pastor, und bei der Entrückung würde er deine Kinder zurücklassen. Das ist undenkbar für mich. Es gibt auch eine Stelle, die sagt, dass Kinder, die nur ein wiedergeborenes Elternteil haben, geheiligt sind, wie viel mehr muss dass dann zutreffen, wenn beide wiedergeboren sind? Ich denke wir können da ganz unbesorgt sein.

      LG Henry

      Antwort
  • 29/10/2020 um 22:35
    Permalink

    Zu 2. Thess 2, 1 ff. (Untersuchung der Bedeutung des Wortes „Apostasia“)

    1 Wir bitten euch aber, Brüder, betreffs der Wiederkunft unsres Herrn Jesus Christus und unsrer Vereinigung mit ihm:
    2 Lasset euch nicht so schnell aus der Fassung bringen oder gar in Schrecken jagen, weder durch einen Geist, noch durch eine Rede, noch durch einen angeblich von uns stammenden Brief, als wäre der Tag des Herrn schon da.
    3 Niemand soll euch irreführen in irgendeiner Weise, denn es muß unbedingt zuerst der „Abfall“ (Apostasia) kommen und der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens,
    4 geoffenbart werden, der Widersacher, der sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, so daß er sich in den Tempel Gottes setzt und sich selbst als Gott erklärt.
    5 Denket ihr nicht mehr daran, daß ich euch solches sagte, als ich noch bei euch war?
    6 Und nun wisset ihr ja, was noch aufhält, daß er geoffenbart werde zu seiner Zeit.
    7 Denn das Geheimnis der Gesetzlosigkeit ist schon an der Arbeit, nur muß der, welcher jetzt aufhält, erst aus dem Wege geschafft werden;
    8 und dann wird der Gesetzlose geoffenbart werden, welchen der Herr Jesus durch den Geist seines Mundes aufreiben, und den er durch die Erscheinung seiner Wiederkunft vernichten wird,
    9 ihn, dessen Auftreten nach der Wirkung des Satans erfolgt, unter Entfaltung aller betrügerischen Kräfte, Zeichen und Wunder
    10 und aller Verführung der Ungerechtigkeit unter denen, die verlorengehen, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, durch die sie hätten gerettet werden können.
    11 Darum sendet ihnen Gott kräftigen Irrtum, daß sie der Lüge glauben,
    12 damit alle gerichtet werden, die der Wahrheit nicht geglaubt, sondern Wohlgefallen an der Ungerechtigkeit gehabt haben.

    Der Apostel Paulus hat eine Frage zu beantworten: Ist der Tag des Herrn schon da? Die Thessalonicher sind ganz offenbar genau zu diesem Schluss gekommen und waren nun irritiert oder gar erschreckt über diese Vorstellung (Vers 2). Was dieser „Tag des Herrn“ ist, hatte Paulus in seinem ersten Brief bereits geschildert:

    1 Von den Zeiten und Stunden aber braucht man euch Brüdern nicht zu schreiben.
    2 Denn ihr wisset ja genau, daß der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.
    3 Wenn sie sagen werden: «Friede und Sicherheit», dann wird sie das Verderben plötzlich überfallen wie die Wehen eine schwangere Frau, und sie werden nicht entfliehen.

    Paulus bezieht sich nun in unserem Abschnitt auf ein bereits erfolgtes Gespräch mit den Thessalonichern (Vers 5) und wir können davon ausgehen, dass die Frage nach dem Verbleib der in Christus Verstorbenen, die Paulus in 1. Thess. 4,13 in Kürze beantwortet hat, noch immer die Thessalonicher beschäftigte. Die Herleitung seiner Gedanken folgt dabei einem strengen logischen Muster:

    • Es ist von drei Zeitpunkten die Rede (1. der Zeitpunkt unseres Zusammenkommens mit Christus, 2. der Zeitpunkt des Offenbarwerdens des Menschen der Sünde und 3. der Tag des Herrn [Gerichts-Tag] ).  Verse 1 – 4
    • Der Tag des Herrn (Gerichts-Tag) kann erst kommen, wenn zuvor die Apostasia gekommen ist  Vers 3a
    • Der Tag des Herrn (Gerichts-Tag) kann aber auch erst kommen, wenn der Sohn des Verderbens geoffenbart wurde.  Verse 3b und 4

    Um das Wort „Apostasia“ (gr: ἀποστασία) werden wir uns später kümmern. Bis hierher halten wir fest, dass vor dem „Tag des Herrn“ unbedingt der Mensch der Sünde geoffenbart werden muss. Und nun begründet Paulus, dass und warum dieser „Mensch der Sünde“ noch nicht geoffenbart worden sein kann: Es hält ihn etwas und/oder jemand auf:

    • In Vers 6 behauptet Paulus, dass die Thessalonicher wüßten, was (sächlich) ihn aufhält.
    • In Vers 7 sagt Paulus, dass der „Mensch der Sünde“ von jemandem (männlich) aufgehalten wird, der erst aus dem Weg sein muss.

    Wir haben also für das Offenbarwerden des „Menschen der Sünde“ eine Blockade, bestehend aus einer Sache und einer Person. Wer oder was auch immer das ist – es muss zuvor aus dem Weg geräumt werden.

    Das bringt uns zurück zu Vers 3a, wo das Wort „Apostasia“ üblicherweise mit „Abfall“ übersetzt wird. Die paulinische Logik erwartet hier allerdings eine andere, eine wörtliche Übersetzung. Das Wort Apostasia (gr: ἀποστασία) heißt wörtlich nichts anderes als „wegtreten“ oder ein „sich entfernen“ (ἀπο apo: „weg von“ und στασίσ stasis: „stehend“). Nur so ist die weitere Argumentation des Apostels Paulus ohne logische Brüche möglich:

    Der Tag des Herrn kommt, wenn das und der in den Versen 6 und 7 Erwähnte aus dem Weg ist und damit die Offenbarung des „Menschen der Sünde“ möglich und tatsächlich eingetreten ist. Die Reihenfolge also ist:

    1. Apostasia (das oder der den Menschen der Sünde Hindernde wird weggenommen),
    2. Offenbarwerden des Menschen der Sünde für eine gewisse Zeit,
    3. Tag des Herrn.

    Ich weise darauf hin, dass im Gegensatz zu der anderen Stelle im NT hier in unserem Text an die Thessalonicher das Wort „Apostasia“ erst einmal wertfrei steht. In Apg. 21,21 ist das „Apostasia“ dagegen ausdrücklich mit dem Zusatz „von Mose“ versehen, was an dieser Stelle deutlich macht, wovon sich in diesem Fall entfernt wird: Nämlich vom Gesetz!

    „Es ist ihnen aber über dich berichtet worden, dass du alle Juden, die unter den Nationen sind, „Apostasia“ (sich Entfernen) von Mose lehrst …“ (Apg. 21,21)
    Genau dieser Zusatz, der das „wovon wegtreten oder entfernen“ erläutern würde, fehlt hier (scheinbar) in 2. Thess.2. Er fehlt aber nicht wirklich, sondern der Zusatz zu „Apostasia“ in Vers 3b ist hier nur einfach etwas länger – nämlich die Verse 6 und 7:

    • In Vers 6 ist es das „Entfernen“ einer den Thessalonichern bekannten Sache.
    • In Vers 7 ist es das „Entfernen“ einer nicht weiter definierten oder benannten Person.
    • In beiden Versen geht es um ein „Entfernen“ aus dem zukünftigen Wirkungsbereich des „Menschen der Sünde“, also der irdischen Welt.

    Es wird etwas und jemand entfernt, um den Weg für das Offenbarwerden des Menschen der Sünde freizumachen.

    Nun kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen, wer oder was da im Wege steht.

    Würden wir einmal gedanklich davon ausgehen, das es sich hier um die Gemeinde Jesu und damit auch den in den einzelnen Gläubigen wohnenden Heiligen Geist handeln würde (siehe hierzu die von Paulus an die Thessalonicher gemachten Aussagen in 1. Thess. 4, 13-18), dann hätten wir eine 100%ige Deckungsgleichheit mit vielen anderen neutestamentlichen Stellen – einschl. Offb. 12, wo vor der Drangsal und damit vor der Zeit des Offenbarwerdens und des Handelns der antigöttlichen Personen das Kind (Leib des Christus) zu Gott entrückt (weggenommen) wird. Das Kind (die Gemeinde Jesu, die Tempel Gottes und Wohnstätte des Heiligen Geistes ist!!!) wird entrückt, mit ihm sich der Heilige Geist entfernen und gleich darauf beginnt der Satan sein unheiliges Wirken mit dem Offenbarwerden der unheiligen Personen in Offenbarung 13. Dies entspricht vom Zeitablauf 1. Thess. 4, 13 bis 5, 3, wo im Übrigen auch wieder der aus dem AT für Israel bekannte Vergleich der dann folgenden Drangsale mit den Wehen einer Frau auftaucht (Kap. 5,3).

    Nehmen wir an, die oben gemachte Annahme über die zu entfernende Person und die Sache würde zutreffen, dann würde in diesem speziellen Fall das Wort „Apostasia“ gleichbedeutend sein mit „Entrückung (Wegnehmen) der Gemeinde und Wegnehmen des Heiligen Geistes“.

    2. Thess. 2, Vers 3 würde dann so gemeint sein:

    3 Niemand soll euch irreführen in irgendeiner Weise, denn es muß unbedingt zuerst das Wegnehmen (Apostasia) des Heiligen Geistes und der Gemeinde Jesu kommen und der Mensch der Sünde, der Sohn des Verderbens, geoffenbart werden …(was vorher nicht möglich ist, weil eine Person und eine Sache im Wege stehen)…

    Der Apostel beantwortet also eine unausgesprochene Frage: Ist der „Tag des Herrn“ schon da? Und er beantwortet die Frage mit NEIN, weil „Der Mensch der Sünde“ noch nicht offenbar ist. Warum ist er es nicht? Weil seinem Offenbarwerden etwas und jemand im Wege steht. Was steht ihm im Weg? Die Gemeinde und der Heilige Geist. Die müssen erst weggenommen werden (apostasia). Ist die Gemeinde noch da? Ja. Also kann der Sohn des Verderbens noch nicht offenbar sein und also kann der Tag des Herrn noch nicht angebrochen sein.
    Fazit: Ihr seid ja noch da, also ist es noch nicht soweit. Ihr müsst erst weg (entrückt) sein.

    Liebe Grüße und Shalom aus Bremen. Danke für diese Arbeit hier an dieser Seite!

    Antwort
    • 01/11/2020 um 17:39
      Permalink

      Danke für die Erklärungen!

      LG, Henry

      Antwort

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