Israel lockert den Lockdown

wird auch der Tempelberg bald wieder zugänglich?

Gestern kündigten Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und andere hochrangige Beamte eine Lockerung des sehr drastischen Lockdowns an, der jetzt seit 6 Wochen gilt. Der Grund für die Lockerung der Maßnahmen sind der Erfolg bei der Bekämpfung des Coronavirus. Sollte die Infektionsrate und die Rate schwerer Verläufe nicht steigen, könnten alle Verbote für Versammlungen im Juni aufgehoben werden.

“Wir haben große Erfolge bei der Eindämmung des Virus erzielt”, sagte Netanjahu während einer Pressekonferenz am Montag und verwies auf die sinkende Rate an Neuinfektionen und die schnell wachsende Zahl von Menschen, die sich vom Coronavirus erholen. Jedoch stellte er auch fest, dass “jeder Tod ein großer Verlust ist… es ist herzzerreißend.”

Als Schlüssel für den Erfolg in der Bekämpfung der Pandemie sieht Netanjahu die Schließung der Grenzen und die Maßnahmen zur sozialen Distanzierung. Auch die digitale Beobachtung der Infizierten sei für den Erfolg wichtig gewesen. Er verteidigte die rigiden Maßnahmen in Israel und die gravierenden Auswirkungen auf die Wirtschaft und verwies darauf, dass im jüdischen Staat deutlich weniger Menschen ihr Leben verloren hätten als in vergleichbar großen Ländern.

Der Ministerpräsident lobte das Gesundheitspersonal und die Einhaltung der Regierungsrichtlinien durch Israels Bürger, die dazu führten, dass die Beschränkungen, so auch die Beschränkung, dass Haus bei nicht existenziellen Gründen nicht mehr als 100m zu verlassen, gelockert werden können. “Ich weiß, dass ihr eine Weile darauf gewartet habt”, sagte Netanjahu mit Blick auf die Sehnsucht der Israelis nach Freiheit.

Auch Besuche von Familienmitgliedern sollen zum 1. Mal seit 6 Wochen wieder erlaubt werden, wenn auch beim Besuch der Großeltern der Sicherheitsabstand eingehalten werden soll. Auf Umarmungen und Küsse soll verzichtet werden.

Auch Versammlungen von bis zu 20 Personen sind in offenen Bereichen gestattet, die am 17. Mai auf bis zu 50 Personen erweitert werden können. Ausgenommen sind Hochzeiten und Beerdigungen, die schon jetzt bis zu 50 Personen umfassen dürfen, wenn sie in offenen Bereichen stattfinden. Die Aufhebung der Beschränkungen für Versammlungen soll am 14. Juni sein, “unter der Annahme, dass kein rotes Licht leuchtet”.

Einkaufszentren und Märkte im Freien sollen übermorgen wiedereröffnet werden dürfen, wenn sie bestimmte Beschränkungen einhalten. Und auch die finanzielle Unterstützung für Selbständige und Kleinunternehmer soll erleichtert werden.

Nach der Öffnung der Schulen für einige Klassen, sollen auch Kindergärten am 10. Mai wieder geöffnet werden. Universitäten und Hochschulen müssen noch bis zum 14. Juni warten.

Bald sollen Richtlinien für die Wiedereröffnung von Parks, Hotels, Pensionen und anderen Veranstaltungsorten veröffentlicht werden. Auch die Wiederaufnahme von Inlandsflügen soll in den nächsten Wochen geschehen. Was internationale Flüge angeht, gehört Israel zu den 7 Nationen, die am erfolgreichsten den Virus bekämpft haben und nun besprechen untereinander wieder den Flugverkehr aufzunehmen.

Alle Lockerungen könnten allerdings durch eine 2. Infektionswelle zunichte gemacht werden und so bat Netanjahu die Israelis darum weiterhin auf soziale Distanzierung, gute Hygiene und Maskentragen zu achten. “Dies ist der Schlüssel zu allem”, sagte er.

 

UPDATE: Seit heute Morgen ist die Kotel (Westmauer, auch “Klagemauer” genannt) wieder für Anbeter zugänglich. Dazu sagte die Western Wall Heritage Foundation: “In den nächsten Tagen dürfen bis zu 300 Gläubige gleichzeitig zum Platz der Westmauer kommen, abhängig davon, dass sie Masken tragen. Sollten alle Gebetsbereiche voll sein, werden die Gläubigen gebeten, vor den Eingängen der Westmauer mit den erforderlichen Abständen zu warten, bis Platz verfügbar ist.”

 

Kommentar: Wie sich die Lockerung auf das geplante Opfer zu Pessach Scheni auswirkt, wird interessant sein zu beobachten, denn immerhin ist es auch für Donnerstag geplant. Für den Tempelberg, der im Zuge des Lockdowns geschlossen wurde, haben Aktivisten einen Eilantrag auf Wiedereröffnung gestellt. Der Tempelberg ist auch der bevorzugte Ort für das Opfer, der Ölberg ist nur Plan B. Es ist gut denkbar, dass sich die Lockerung auf die Möglichkeit das Opfer zu bringen positiv auswirkt. Seit einem Jahr ist zu beobachten, dass der Status quo des Tempelbergs zunehmend ins Wanken geraten ist und kurz davor ist in jüdische Hand überzugehen und damit den Bau des Dritten Tempels zu ermöglichen.

 

Quelle: timesofisrael.com

Ein Gedanke zu „Israel lockert den Lockdown

  • 06/05/2020 um 19:52
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    Vielen Dank für diese Webseite. Sehr kostbar.

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