BREAKING NEWS: Coronakrise könnte Aliyah verdoppeln

Ben-Gurion-Airport – für viele Olim (Einwanderer) das Tor nach Israel

Als bedingt durch die Coronakrise der internationale Flugverkehr im März zum Erliegen kam, wurde vielen Juden schlagartig bewusst, dass die bis dahin selbstverständliche Möglichkeit zur Aliyah nach Israel (Einwanderung) nicht immer garantiert sein könnte und deuteten dies als Warnschuss. So verwunderte auch nicht der Anstieg des Interesses der nordamerikanischen Juden an Aliyah um 50% Mitte Mai. Auch in Israel hat man diesen Warnschuss und die Reaktion der Juden im Exil wahrgenommen und stellt sich auf einen Anstieg der Neueinwanderer ein.  

Ein hochrangiger Beamter der Jewish Agency (Jüdische Agentur) sprach am Mittwoch vor der Knesset und sagte, dass die Zahl der Neueinwanderer in diesem Jahr erheblich zunehmen wird. Als Ursache dafür sieht er die Coronakrise. In der Knesset wurde am Mittwoch auch der Likud-Politiker David Bitan als neuer Vorsitzender für das Komitee für Integration und Diaspora ausgewählt.

Josh Schwartz, der Generaldirektor der Jewish Agency, schätzt, dass im kommenden Jahr etwa 50.000 Menschen nach Israel einwandern werden. Das sind fast doppelt so viel wie im Durchschnitt und fast doppelt so viele wie 2019 nach Israel eingewandert sind. Auch Schwartz führt den Anstieg auf die Coronakrise zurück, denn der Coronavirus hat viele jüdische Gemeinden weltweit überproportional getroffen. 

Der Knessetsprecher Yariv Levin, der auch dem Likud angehört, gratulierte Bitan zu seiner Wahl zum Leiter des Einwanderungsausschusses und sagte: “Dies ist die natürliche Wahl. Nur wenige Menschen in der Knesset haben die Fähigkeit und das Talent, Pläne und Änderungen voranzutreiben, wie David Bidan es kann. Seine Auswahl ist eine Gelegenheit im historischen Maßstab, einem so wichtigen Thema – der Aufnahme und Verbindung mit der jüdischen Diaspora – einen echten Impuls zu geben.”

“Das Land kann ohne Absorption der Einwanderung nicht existieren, es ist der Grundstein, auf dem der Staat Israel ruht. Es ist das Recht eines jeden Juden, nach Israel auszuwandern; Das ist die Existenzberechtigung des Zionismus, und wir müssen daran arbeiten, dass dies geschieht.”

Auch der Direktor der Aliyah- und Absorptionsabteilung der Jewish Agency Shay Felber, bestätigte, dass die Organisation einen Anstieg der Aliyah aus Nordamerika, Frankreich, den Ländern der ehemaligen Sowjetunion und Südamerika erwarte. Als einen der Hauptgründe sieht er, dass Israel bei der Bewältigung der Coronakrise, im Vergleich zu den anderen Ländern in denen Juden leben, gut abgeschnitten hat. Auch wirtschaftliche und finanzielle Einbrüche, die der Coronakrise geschuldet sind, sieht er als Anreiz Aliyah zu machen.

Auch in Frankreich steigt das Interesse Aliyah zu machen, dies berichtet die französische Aliyah-Organisation Qualita. Auch hier liegt die Ursache darin, dass die jüdischen Gemeinden Frankreichs stark unter dem Coronavirus leiden.

Während der Knessetsitzung sagte Bitan, dass sich Israel aufgrund der Coronakrise und steigendem Antisemitismus auf eine groß angelegte Einwanderung vorbereiten müsse. Er sagte zu, Fehler und Unstimmigkeiten, die bei der Integration in der Vergangenheit gemacht worden sind zu korrigieren. “Wir werden die Budgets für diese wichtigen Themen erhöhen”, fuhr er fort und ergänzte, dass auch kleinen jüdischen Gemeinden im Ausland auf Israels Hilfe angewiesen sind.

Trotz der Coronakrise waren weiterhin Hunderte Olim nach Israel unter erschwerten Bedingungen eingewandert. Bei ihrer Ankunft mussten sie sofort in 14-tägige Quarantäne. Um die Herausforderung zu bewältigen, richtete die Jewish Agency in Jeruschalajim ein Büro ein, dass mit Dutzenden Standorten im Ausland verbunden ist, um den Einwanderern zu helfen.

 

Quellen: israelnationalnews.com und jpost.com

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