Der Bund am Sinai


Rotes Meer bei Eilat – hier durchquerte Israel das Meer im Schemot (Exodus)

Nachdem Gott sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit hatte, ließ er sie das Rote Meer überqueren und brachte sie zum Berg Sinai, der in Arabien ist (Galater 4,25). Am Berg Sinai wollte er seinem Volk begegnen, um mit ihm einen Bund zu schließen. Dieser Bund sah vor das ganze Volk zu Priestern zu machen, die unmittelbaren Zugang zu Gott hatten (Schemot 19,6). Um das Volk auf die gewaltige Begegnung mit ihm vorzubereiten, gab Gott ihnen Anweisungen (Schemot 19,9-11). Als die 3-tägige Vorbereitungszeit vorbei war, zeigte Gott seine Größe (Schemot 19,16-20) und das Volk geriet in Angst und Schrecken. Sie sagten zu Mosche, dass er auf den Sinai zu Gott steigen solle und als ein Mittler fungieren sollte. Sie hatten zu viel Angst vor Gott und wollten deshalb die unmittelbare Beziehung, die er anbot, nicht (Schemot 20,18.19).

Mosche hatte alleine die Begegnung mit Gott auf dem Sinai und blieb 40 Tage dort (Schemot 24,18). Er erhielt die Bedingungen des Bundes am Sinai, die 10 Gebote (Schemot 31,18), die Anweisungen für das Heiligtum und die Vorschriften für die Feste (Schemot 23,10-17). Als er vom Berg herab kam, hatte das Volk ein goldenes Kalb gegossen und provozierte so den Zorn Gottes. Mosche trat für das Volk ein und wendete dessen Vernichtung ab (Schemot 32). Danach ging er erneut auf den Sinai und kam mit den neuen Tafel der 10 Gebote herab und Gott erneuerte den Bund mit seinem Volk (Schemot 34,27). Gott war froh, dass er, auch wenn sein eigentlicher Wunsch nach der unmittelbaren Beziehung nicht erfüllt war, er doch nun mit einem Volk verbündet war, in dem er eine Kultur schaffen konnte, die es ermöglichen würde, den Messias zu erkennen, sobald er käme.

Auch wenn der Bund vom Sinai nicht vollkommen ist, denn er ist geprägt von strengen moralischen Vorschriften und Anweisungen, wie das Volk im verheißenen Land leben sollte, so ist er doch ein wichtiges Fundament für den Neuen Bund. Gott akzeptierte damals die Entscheidung des Volkes Israel, behielt aber sein Ziel nach unmittelbarer Gemeinschaft im Auge. Das Volk war noch nicht reif und so gab Gott die Thora als Beschützerin. Deshalb ist dieser Bund abhängig vom Gehorsam und bei Bundesbruch droht der Verlust des Landes und des Segens (Debarim 28,15-21), hebt aber nicht den Bund mit Avraham auf. Er offenbart die menschliche Schwäche und zeigt damit unsere Erlösungsbedürfigkeit. Der Zugang zur Gnade und Barmherzigkeit Gottes erfolgt durch Opfer, die von den levitischen Priestern gebracht wurden, und weist damit auf das vollkommene Opfer Jeschuas hin.

In den vergangenen Jahren hat Israel das levititsche Priestertum wiederhergestellt und ist kurz davor das tägliche Opfer wiedereinzusetzen. In der Zeit des Neuen Bundes ist dies nur insofern nötig, als dass die Prophetie Daniels sagt, dass das tägliche Opfer wieder eingesetzt werden wird, bevor der Messias (wieder)kommt.

 

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